
Die Europäische Kommission hat einen Datenexplorer für virtuelle Welten ins Leben gerufen, der Aktivitäten im Zusammenhang mit virtuellen Welten abbildet und analysiert. Die Einführung dieses Instruments erfolgt mit der Veröffentlichung der Abschlussberichte der Beobachtungsstelle für virtuelle Welten durch die Kommission.
Das Web 4.0 und virtuelle Welten gelten als wichtige Triebkräfte für die EU-Wirtschaft nach 2030, da wir auf dem Weg zu einer vernetzten, intelligenten und immersiven Welt sind. Der globale Markt für virtuelle Welten wird schätzungsweise von rund 27 Mrd. EUR im Jahr 2022 auf über 800 Mrd. EUR bis 2030 wachsen.
Die Strategie 2023 der Europäischen Kommission für das Web 4.0 und virtuelle Welten zielt darauf ab, diesen Übergang im Einklang mit den Werten und Grundsätzen der EU zu gestalten und sicherzustellen, dass die Rechte der Menschen uneingeschränkt gelten und dass europäische Unternehmen in einem offenen, sicheren, vertrauenswürdigen, fairen und inklusiven digitalen Umfeld gedeihen können.
Die Strategie baut auf den laufenden Arbeiten der Kommission zu virtuellen Welten und auf Konsultationen mit Bürgern, Hochschulen und Unternehmen, einschließlich des Europäischen Bürgerforums zu virtuellen Welten im Jahr 2023, auf.
Seine 23 Empfehlungen trugen dazu bei, konkrete Maßnahmen im Rahmen der Strategie zu steuern, darunter beispielsweise das Instrumentarium für virtuelle Welten, eine spezielle Studie über die Auswirkungen virtueller Welten auf Gesundheit und Wohlbefinden und die Partnerschaft für virtuelle Welten.
Bericht des Virtual Worlds Observatory
Seit der Einführung und dem Start der EU-Strategie für das Web 4.0 und virtuelle Welten beobachtet die Kommission die Entwicklung der Landschaft der virtuellen Welt, um die Fortschritte bei der Politikgestaltung zu unterstützen.
Im Rahmen der Beobachtungsstelle für virtuelle Welten veröffentlichte die Kommission im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen der GD CNECT und der Gemeinsamen Forschungsstelle (GD JRC) „From bytes to business: Strategische Eigenverantwortung und Abhängigkeiten der EU in virtuellen Welten“(Oktober 2025) als erstes Ergebnis der Initiative.
Aufbauend auf dieser Arbeit wurden die drei Abschlussberichte der Beobachtungsstelle für virtuelle Welten veröffentlicht, um die faktengestützte Politikgestaltung zu stärken und das Verständnis des Ökosystems zu vertiefen:
- Virtuelle Welten, Real Impact Mapping: Stärken der EU und globale Interdependenzen: Die EU ist weltweit führend in der Forschung in virtuellen Welten, aber es gibt eine Verzögerung bei der Umsetzung dieser Stärke in Patentaktivitäten.
- Virtuelle Welten beobachten: Strukturierte Bewertung von Anwendungen virtueller Welten: 22 reale Anwendungsfälle in Bereichen wie Bildung, Gesundheitswesen, Fertigung, Verteidigung und Unterhaltung
- Virtuelle Welten beobachten: Multimethodische Analyse von Kompetenzen, Herausforderungen und aufkommenden Trends: Dieser Bericht stützt sich auf eine Umfrage unter 32 in der EU ansässigen Unternehmen für virtuelle Welten, eine Analyse von 143 Masterprogrammen in der EU, die VW-bezogene Inhalte anbieten, und eine Überprüfung von Online-Stellenanzeigen für IKT-Spezialisten, um einen Überblick über die Qualifikationslandschaft in virtuellen Welten zu geben.
Das Virtual Worlds Observatory und der neue Interactive Data Explorer
Parallel zu den Berichten hat die Europäische Kommission den Interactive Data Explorer eingeführt. Dieses neue Tool kartiert und analysiert Aktivitäten im Zusammenhang mit virtuellen Welten und deren Verteilung über industrielle Ökosysteme hinweg, identifiziert aktuelle und aufkommende Nutzungen virtueller Welten auf systemische Weise und untersucht digitale Kompetenzlücken im Zusammenhang mit der Entwicklung und Einführung virtueller Welten.
Der Interactive Data Explorer soll politische Entscheidungsträger, Unternehmen und Forscher dabei unterstützen, fundierte Entscheidungen zu treffen und neue Chancen für Wachstum und Innovation zu erkennen. Es soll auch zu einem besseren Verständnis der sich abzeichnenden Herausforderungen im Zusammenhang mit virtuellen Welten beitragen, insbesondere in Bezug auf Ethik, gesellschaftliches Wohlergehen, Grundrechte, Verbraucherschutz und Ziele von allgemeinem öffentlichem Interesse in einer demokratischen Gesellschaft.
Dieses Tool enthält eine Reihe von Indikatoren zur Beantwortung von Fragen wie:
- Wie groß sind das Ausmaß und die Zusammensetzung des Ökosystems in Bezug auf die Akteure und Aktivitäten?
- Wie sind die Spieler geografisch verteilt und wo sind sie konzentriert?
- Welche Regionen sind führend?
- Wie hoch ist der Grad der Zusammenarbeit innerhalb des Ökosystems?
- Wie ist die technologische Zusammensetzung ausgewählter geografischer Gebiete?
- Wie verteilen sich die Aktivitäten auf industrielle Ökosysteme?
- Wie hoch sind der Betrag und die Herkunft der Risikokapitalinvestitionen nach Gebiet/Land, der Anteil ausländischer Unternehmen und die Investitionen der Unternehmen in Anlagevermögen?
- Und schließlich, welche Indikatoren können als Näherungswerte für das Ausmaß des EU-Startup-Ökosystems und für den Umsatz dienen?
Lesen Sie die Abschlussberichte und erkunden Sie den Interactive Data Explorer und tauchen Sie in die Daten ein. Nehmen Sie sich Zeit, um die Indikatoren zu testen, Länder und Regionen zu vergleichen und wichtige Trends im Ökosystem der virtuellen Welt zu entdecken.