
Um die Unterstützung von Interessenträgern und anderen Kommissionsdienststellen bei ihrer Arbeit im Energiesektor einzuholen, richtete die Kommission am 16. Februar 2022 einen Workshop über bewährte Verfahren für den Austausch von Energiedaten ein. Dies war der erste einer sechsteiligen Reihe von Workshops zur Digitalisierung des Energiesystems, die gemeinsam von der Generaldirektion Energie (GD ENER) und der Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien (GD CNECT) organisiert wurden, und erörterte das Potenzial der Energie im Zusammenhang mit der Digitalisierung unserer Wirtschaft und Gesellschaft. Die folgende Veranstaltung fand am 18. Februar statt und betraf die effiziente Integration von Elektrofahrzeugen in das Stromnetz und den Rahmen für den Datenaustausch.
Der zweifache ökologische und digitale Wandel erfordert ein besser funktionierendes, intelligentes, integriertes und vernetztes Energiesystem, in dem in einem sich rasch wandelnden Markt neue Geschäftsmodelle entstehen können. In der Mitteilung zur Förderung einer klimaneutralen Wirtschaft vom Juli 2020 wurde die Annahme eines systemweiten Aktionsplans für die Digitalisierung des Energiesektors als eine der wichtigsten Maßnahmen zur Beschleunigung der Umsetzung digitaler Lösungen vorgeschlagen.
Ziel des Aktionsplans ist es, zur Umsetzung des Pakets „Saubere Energie“ sowie der europäischen Ziele der digitalen Dekade beizutragen. Sie wird Lösungen bieten, wie Herausforderungen im Zusammenhang mit der Cybersicherheit, der Steuerung des Datenzugangs, dem Datenschutz und der Privatsphäre sowie dem steigenden Energieverbrauch der IKT bewältigt werden können, und gleichzeitig die EU-Bürger in den Mittelpunkt des Energiesystems stellen und der Umwelt zugute kommen. Die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Raums für Energiedaten wird einen Binnenmarkt für Energiedaten schaffen und die Energiewende unterstützen. Es wird dazu beitragen, bestehende Projekte wie Open DEI miteinander zu verknüpfen und Synergien mit anderen Datenräumen zu nutzen, insbesondere mit dem Mobilitätsdatenraum, um die Elektrifizierung des Verkehrs zu unterstützen. Die Datenräume werden im Rahmen von Horizont Europa und des Programms „Digitales Europa“ unterstützt.
Die Kommission widmete der Angleichung der Digital- und der Energiestrategie besondere Aufmerksamkeit, indem sie Interessenträger aus verschiedenen Bereichen (Stromnetze, Laden von Elektrofahrzeugen, energieeffiziente Gebäude) zusammenführte und dafür sorgt, dass die EU-Politik eine Dynamik auf dem Markt schafft, anstatt zu einer Last zu werden und den digitalen Wandel der Industrie zu verzögern.
Im Zusammenhang mit einem gemeinsamen europäischen Energiedatenraum wurden auf dem Workshop Auslegungsgrundsätze und Bausteine für eine Infrastruktur für den Datenaustausch vorgestellt, die jedoch noch an die bisherigen Arbeiten der Kommission angepasst werden müssen. Um die erforderlichen Bausteine erfolgreich miteinander zu verbinden, würde jeder der vertikalen Datenräume eine Ausgangsbasis erfordern, die durch sektorspezifische Anwendungsfälle erreicht wird, und einen sektorübergreifenden Datenaustausch ermöglichen. Außerdem bedarf es eines wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmens für drei Anwendungsfälle im Bereich der Digitalisierung – Elektrofahrzeuge, intelligente Netze und intelligente Gebäude –, um Investitionen zu fördern und Innovationen neuer Marktteilnehmer zu fördern.
In Zukunft sollte die Steuerung des Netzbetriebs einen lokalen Energiefluss ermöglichen. Im Zuge der Dezentralisierung hin zu einer lokalen Marktgestaltung muss das Vertrauen in dezentrale Systeme gefördert werden. Dies sollte durch die Digitalisierung unterstützt werden, von der hochrangigen Kontrolle bis hin zu Funktionen auf niedriger Ebene, von der zentralen Kontrolle bis zur lokalen Entscheidungsfindung, vom Übertragungsbetrieb bis zur Verteilung und Anwendungen hinter dem Zähler.