Als Reaktion auf neu auftretende Bedrohungen der Datenintegrität treibt die Kommission den Übergang der EU zur Post-Quantum-Kryptographie (PQC) voran.
Public-Key-Kryptographie-Algorithmen werden verwendet, um die Vertraulichkeit und Authentizität von Daten in unserer digitalen Gesellschaft zu schützen. Quantencomputer haben das Potenzial, diese Algorithmen zu brechen. Um geschützt zu bleiben, müssen wir Fortschritte in Richtung Post-Quantum Cryptography (PCQ) machen, einer neuen Art von Public-Key-Kryptographie, die sowohl Quanten- als auch klassischen Angriffen widerstehen soll.
Kryptographie ist der Eckpfeiler der Cybersicherheit und schützt unsere digitalen Infrastrukturen und Daten. Während Quantentechnologien voraussichtlich gesellschaftlichen Nutzen bringen werden, etwa im Bereich neuer Materialien, neuer Arzneimittel und Finanzanwendungen, wird Quantencomputing eine Bedrohung für die Kryptographie mit öffentlichem Schlüssel darstellen.
Public-Key-Kryptographie stellt den größten Teil der kryptografischen Bereitstellungen in der Welt. Daten, die derzeit nicht quantensicher sind, unabhängig davon, ob sie gespeichert oder übertragen werden, und die lange Zeit vertraulich bleiben müssen, sind möglicherweise bereits gefährdet. „Jetzt speichern, später entschlüsseln“-Angriffe sind bereits wahrscheinlich, da böswillige Akteure bereits heute Datenverkehr speichern, um ihn später entschlüsseln zu können, wenn ein Quantencomputer verfügbar sein wird. Darüber hinaus wird die Authentizität durch Quantencomputer gefährdet, sobald die Technologie verfügbar ist. Eine effektive Lösung für diese Bedrohungen ist PQC. PQC basiert auf komplexen mathematischen Problemen, die selbst für Quantencomputer schwierig zu lösen sind.
EU-weit harmonisierter Ansatz
Folglich veröffentlichte die Kommission im April 2024 eine Empfehlung zur Post-Quantum-Kryptographie, in der die Mitgliedstaaten aufgefordert werden, eine umfassende Strategie für die Annahme von PQC zu entwickeln, um einen koordinierten und synchronisierten Übergang zwischen den verschiedenen Mitgliedstaaten und ihren öffentlichen Sektoren und privaten Einrichtungen, die öffentliche Versorgungsunternehmen bedienen, sicherzustellen.
Die Empfehlung ergänzt die bereits von vielen Ländern und auf internationaler Ebene geleistete Arbeit zur Entwicklung und Auswahl von PQC-Algorithmen für Standards. Dazu gehören Forschungsanstrengungen im Rahmen von EU-finanzierten Projekten und Diskussionen über PQC auf internationaler Ebene, z. B. im Handels- und Technologierat EU-USA, im Rahmen von Cyberdialogen und in der Arbeitsgruppe „Cybersicherheit“ der G7.
Eine PQC-Implementierungs-Roadmap
Im Anschluss an die Empfehlung der Kommission richtete die NIS-Kooperationsgruppe unter dem gemeinsamen Vorsitz Deutschlands, Frankreichs und der Niederlande einen Arbeitsbereich zur PQC ein, um diese umfassende Strategie für die Annahme der PQC zu entwickeln.
Anschließend nahmen die EU-Mitgliedstaaten mit Unterstützung der Kommission im Juni 2025 den Fahrplan für die koordinierte Umsetzung des Übergangs zur Post-Quantum-Kryptografie an. Dieses Dokument ist das erste Ergebnis des Arbeitsbereichs und soll ein erstes hochrangiges Papier sein, das sich an die Mitgliedstaaten richtet. Es enthält eine Reihe von Empfehlungen, die die Mitgliedstaaten für einen synchronisierten Übergang zu PQC umsetzen müssen, sowie Maßnahmen, um sicherzustellen, dass alle Interessenträger gut über die Quantenbedrohung für die Kryptographie informiert sind. Alle Mitgliedstaaten sollten bis Ende 2026 mit dem Übergang zur PQC beginnen. Gleichzeitig sollte der Schutz von Anwendungsfällen mit hohem Risiko so bald wie möglich, spätestens jedoch bis Ende 2030, auf PQC umgestellt werden.
Vom 11. August bis zum 29. September 2025 führte die NIS-Kooperationsgruppe eine Umfrage durch, um Rückmeldungen von Interessenträgern zum EU-Fahrplan für den Übergang zur PQC einzuholen und zur Festlegung der nächsten Schritte auf dem Weg zu einer sicheren PQC-Migration beizutragen.
Als Reaktion auf die eingegangenen Rückmeldungen veröffentlichte die NIS-Kooperationsgruppe ein Dokument mit häufig gestellten Fragen zum EU-Fahrplan für den Übergang zur PQC zusammen mit den Umfrageergebnissen. Das FAQ-Dokument zielt darauf ab, häufig gestellte Fragen zu Themen wie Quantenrisikoschätzung, Meilensteine, Priorisierung, hybride Systeme, die Rolle der EU und nationale Fahrpläne zu klären.
Derzeit arbeitet die NIS-Kooperationsgruppe an einem zweiten Ergebnis zur Ergänzung des EU-Fahrplans für den Übergang zur PQC.
Nationale Umsetzung
Nachstehend finden Sie weitere Informationen zur Umsetzung des Fahrplans für die koordinierte Umsetzung des Übergangs zur PQC in Ihrem Mitgliedstaat:
Frankreich
Niederlande
- Quantumveilige cryptografie - Digitale Überbrückung
- Datenschutzerklärung - Nationaal Cyber Security Centrum (NCSC)
Diese Liste wird, soweit verfügbar, durch weitere nationale Dokumente aktualisiert. Für weitere Informationen zur Umsetzung des koordinierten Umsetzungsfahrplans für den Übergang zur PQC in Ihrem Mitgliedstaat wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige nationale Behörde.
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