Skip to main content
Gestaltung der digitalen Zukunft Europas

EU-Frequenzpolitik für drahtlose grenzüberschreitende Verbindungen

Wir ermöglichen nahtlose drahtlose Verbindungen über Grenzen hinweg, damit wir Medien austauschen, auf dem Laufenden bleiben und die neuesten innovativen Technologien nutzen können, wo immer wir uns befinden. Dieser dynamische und sich schnell entwickelnde Sektor braucht einen flexiblen, marktsensiblen Ansatz.

Alle Bürgerinnen und Bürger sollten in der Lage sein, in der gesamten EU in Verbindung zu bleiben und innovative Dienste wie 5G zu nutzen. Die Nutzung von Funkfrequenzen spielt bei der Bereitstellung dieser Dienste eine Schlüsselrolle. Die EU-Frequenzpolitik zielt darauf ab, nationale Frequenzverwaltungsansätze zu koordinieren, um den Binnenmarkt für drahtlose Produkte und Dienstleistungen zu unterstützen und Innovationen zu ermöglichen.

Elektronische Kommunikation in der EU

Mit dem Europäischen Kodex für die elektronische Kommunikation von 2018 werden die Vorschriften für die Frequenzverwaltung in der gesamten EU aktualisiert. Der Kodex fordert die Schaffung eines stabilen und harmonisierten Regelungsumfelds, die Verbesserung der Koordinierung der Frequenzen und die Förderung von Innovationen, insbesondere durch 5G-Netze. Insbesondere der Kodex:

  • fordert lange Lizenzlaufzeiten in Verbindung mit klaren Vorschriften für die Verlängerung von Lizenzen und strengeren Anforderungen für eine wirksame und effiziente Frequenznutzung;
  • legt strenge Fristen für die Nutzung von Vorreiterfrequenzbändern für 5G sowie für harmonisierte Frequenzen für drahtlose Breitbandnetze und -dienste fest;
  • strebt eine bessere Koordinierung der Frequenzpolitik und der Zuweisungsbedingungen in der gesamten EU mit einem Peer-Review-Mechanismus an.
  • erleichtert den Aufbau von 5G-Netzen
  • den nationalen Behörden mehr Mittel zur Unterstützung des Wettbewerbs zur Verfügung stellt;
  • Schaffung eines verbesserten Frequenzkoordinierungsmechanismus

Festlegung der Frequenzpolitik

Das 2012 eingerichtete Programm für die Funkfrequenzpolitik (RSPP) legt die wichtigsten politischen Ziele und allgemeinen Grundsätze für eine effiziente Verwaltung der Funkfrequenzen fest. Das Programm fördert Investitionen, Wettbewerb und Innovation in der gesamten EU und schützt gleichzeitig Ziele von allgemeinem Interesse wie kulturelle Vielfalt und Medienpluralismus. Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit der Kommission die kollektive und gemeinsame Frequenznutzung zu fördern. Das Programm gewährleistet eine harmonisierte Frequenznutzung für die Bereiche elektronische Kommunikation, Forschung, technologische Entwicklung, Raumfahrt, Verkehr, Energie und audiovisuelle Medien in der gesamten EU. Außerdem wird ein EU-Verzeichnis der bestehenden Frequenznutzung sowohl für kommerzielle als auch für öffentliche Zwecke erstellt. Ziel des Programms ist es, die Effizienz und Flexibilität der Frequenznutzung zu verbessern sowie den Wettbewerb zu erhalten und zu fördern.

Harmonisierung der technischen Bedingungen für die EU-weite Interoperabilität

Der Europäische Kodex für die elektronische Kommunikation legt die allgemeinen Grundsätze für die Frequenzverwaltung fest. Die Mitgliedstaaten müssen die Harmonisierung der Frequenzen fördern und sicherstellen, dass sie wirksam und effizient genutzt werden. In diesem Zusammenhang ist die grenzüberschreitende Koordinierung der Frequenznutzung zwischen den Mitgliedstaaten ein Schlüsselelement für eine wirksame Frequenzverwaltung und für das reibungslose Funktionieren des Binnenmarkts von wesentlicher Bedeutung.

Gemäß der Frequenzentscheidung von 2002 kann die Kommission einen Durchführungsbeschluss zur Harmonisierung der technischen Bedingungen für die Verfügbarkeit und effiziente Nutzung von Frequenzen für das reibungslose Funktionieren des Binnenmarkts erlassen. Die Kommission kann der Europäischen Konferenz der Verwaltungen für Post und Telekommunikation (CEPT) Mandate für die Ausarbeitung solcher technischer Durchführungsmaßnahmen erteilen.

Die Europäische Kommission und die nationalen Frequenzregulierungsbehörden arbeiten eng zusammen, um gemeinsame Vorschriften zu entwickeln. Zur Unterstützung der Kommission wurden zwei ergänzende Gremien eingerichtet, um die Konsultation zu erleichtern und eine EU-Frequenzpolitik zu entwickeln und zu unterstützen:

  • Die Gruppe für Frequenzpolitik (RSPG) ist eine Gruppe hochrangiger nationaler Regierungssachverständiger, die die Kommission bei der Entwicklung einer allgemeinen Frequenzpolitik auf EU-Ebene unterstützen soll.
  • Der Funkfrequenzausschuss (RSC) unterstützt die Kommission bei der Entwicklung technischer Umsetzungsmaßnahmen, um europaweit harmonisierte Bedingungen für die Verfügbarkeit und effiziente Nutzung von Funkfrequenzen zu gewährleisten.

Internationale Verhandlungen

Die Koordinierung der Frequenzverwaltung auf globaler Ebene obliegt der Internationalen Fernmeldeunion (ITU). Die ITU aktualisiert regelmäßig die Frequenzzuweisung, um technologischen Innovationen und Nutzungsänderungen Rechnung zu tragen, indem sie den Vertrag über die Funkregulierung ändert. Solche Änderungen werden von den 194 Mitgliedsländern der ITU auf den Weltfunkkonferenzen (WRC) ausgehandelt. Die EU-Mitgliedstaaten legen gemeinsame Standpunkte für WRC in Form von Ratsbeschlüssen fest. Diese Beschlüsse des Rates ergänzen die von 46 europäischen Ländern (einschließlich aller EU-Mitgliedstaaten) in der Regionalen Telekommunikationsorganisation für Europa (CEPT) der ITU angenommenen gemeinsamen Standpunkte.

Die neuesten Nachrichten

Telecommunication tower with radio waves, representing modern technology and connectivity.
  • Veranstaltungsbericht
  • 24 November 2025

Die Europäische Kommission und die Europäische Konferenz für Post und Telekommunikation (CEPT) veranstalteten am 13. November 2025 einen öffentlichen Workshop mit Interessenträgern zur EU-Politik und zur Weltfunkkonferenz der ITU im Jahr 2027 (WRC-27).

A person's hand touches a glowing, wireframe digital globe with a backdrop of a network of light lines and dots.
  • Veranstaltung
  • 13 November 2025

Die Europäische Kommission und die Europäische Konferenz für Post und Telekommunikation (CEPT) werden einen öffentlichen Workshop über die EU-Politik und die ITU-Weltfunkkonferenz 2027 (WRC-27) organisieren.

Zugehöriger Inhalt

Gesamtbild

Drahtlose Kommunikation über öffentliche oder private Netze nutzt Funkfrequenzen, d. h. eine Reihe von Funkwellen, um Informationen zu transportieren. Eine solche Kommunikation kann zwischen Menschen, Menschen und Maschinen oder Systemen („Dinge“ allgemeiner) oder zwischen Dingen erfolgen. In diesem Zusammenhang sind Funkfrequenzen auch von entscheidender Bedeutung, wenn es darum geht, sichere, innovative und effiziente Systeme u. a. für Verkehr, Energie, öffentliche Sicherheit, Umweltschutz und Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen und zu fördern. Der Zugang zu Funkfrequenzen ist auch bei der Wahrung und Förderung der digitalen Menschenrechte von entscheidender Bedeutung.

Vertiefen