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Gestaltung der digitalen Zukunft Europas

Erschließung des Potenzials von Mobilitätsdaten

Eine Kombination von EU-Strategien und -Initiativen ist der Schlüssel zur Erschließung des Potenzials von Mobilitätsdaten, das für den digitalen und grünen Wandel des Sektors von entscheidender Bedeutung ist.

Welches Potenzial haben Mobilitätsdaten?

In der heutigen vernetzten Welt birgt die riesige Menge an Daten, die durch die täglichen Bewegungen von Menschen und Waren generiert werden, ein hohes Potenzial. Mobilitätsdaten sind ein starker Motor für mehr Innovation und Effizienz, für geringere Umweltauswirkungen und eine bessere Lebensqualität für alle Europäerinnen und Europäer. Die Nutzung dieser Daten kann zu einer intelligenteren, widerstandsfähigeren Planung der Verkehrsinfrastruktur und -dienste, einem flüssigeren Verkehr, einfacheren grenzüberschreitenden Reisen, wettbewerbsfähigeren Logistikketten und einer einfacheren Berichterstattung durch KMU führen. Neben dem einfachen Sammeln von Daten besteht die Herausforderung darin, das Teilen auf sichere und kontrollierte Weise zu erleichtern und in umsetzbare Intelligenz umzuwandeln. Die Nutzung des ungenutzten Potenzials von Verkehrsdaten ist von entscheidender Bedeutung, um die Entwicklung von KI und anderen Grenztechnologien zu unterstützen.

Schlüsselinitiativen und Rechtsrahmen

Es wurden mehrere wichtige Initiativen und Rechtsrahmen geschaffen, um die Nutzung von Daten im Mobilitätssektor zu erleichtern und zu fördern.

Die im Februar 2020 umgesetzte europäische Datenstrategie zielt darauf ab, einen Binnenmarkt für Daten zu schaffen, der die Wettbewerbsfähigkeit Europas auf globaler Ebene sicherstellt. Es handelt sich um einen umfassenden Plan zur Erleichterung des Zugangs, des Austauschs und der Nutzung von Daten in allen Sektoren, einschließlich der Mobilität, unter Nutzung ihres Potenzials zum Nutzen der Wirtschaft und der Gesellschaft bei gleichzeitiger Gewährleistung der Souveränität über den Schutz der Privatsphäre.

Im Rahmen dieser Strategie wird die Annahme des Europäischen Datengesetzes eine faire Zuteilung von Werten aus Daten gewährleisten und den Datenzugang und die Datennutzung fördern. Im Mobilitätssektor wird sie beispielsweise den Markt für Dienstleistungen öffnen, die auf Fahrzeugdaten basieren, von Reparaturen bis hin zu Versicherungen. Mit dem Durchführungsrechtsakt über hochwertige Datensätze werden wichtige Datensätze des öffentlichen Sektors in maschinenlesbarem Format, einschließlich Datensätzen zu Verkehrsnetzen (Binnenwasserstraßen), frei verfügbar gemacht. Schließlich zielt das Daten-Governance-Gesetz darauf ab, das Vertrauen in Datenvermittler zu stärken und die Mechanismen für den Datenaustausch zu stärken.

In ihren politischen Leitlinien für den Zeitraum 2024-2029 kündigte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an, dass die Kommission eine Strategie für die Europäische Datenunion vorlegen wird, um den Rahmen für den Datenaustausch zwischen Unternehmen und Verwaltungen auf der Grundlage bestehender Vorschriften zu vereinfachen und zu straffen.

Eine digitale Darstellung eines Netzwerks von Knoten, die durch Linien verbunden sind, mit schwebenden numerischen Werten, die Datenpunkte oder ein Datennetzwerk suggerieren. Der Hintergrund zeigt verschwommene Server-Racks, die auf eine technologische oder Computerumgebung hinweisen.© carloscastilla - Getty/iStock">

Initiativen für Digitalisierung und Datenaustausch im Verkehrsbereich

Die EU fördert auch aktiv die Zusammenarbeit mit Regierungen und der Industrie, um gemeinsame Standards und bewährte Verfahren für die Datenerhebung, -verwaltung und -nutzung im Verkehrssektor zu entwickeln. Mehrere Initiativen unterstützen die Digitalisierung des Verkehrs und erleichtern den Zugang zu mobilitätsbezogenen Daten und deren Austausch. Beispiele hierfür sind der Rahmen für intelligente Verkehrssysteme (IVS), der den Zugang zu wesentlichen Verkehrsdaten über nationale Zugangspunkte (NAP) organisiert, und das NAPCORE-Projekt, das darauf abzielt, diese Zugangspunkte in ganz Europa zu harmonisieren und zu verbessern. Das Digital Transport and Logistics Forum (DTLF) schafft interoperable Umgebungen für den Datenaustausch für Fracht und Logistik. Darüber hinaus unterstützt die Fazilität „Connecting Europe“ (CEF) Digital die Einrichtung operativer digitaler Plattformen, die die Nachrüstung der Energie- und Verkehrsinfrastruktur unterstützen und IKT-Ressourcen bereitstellen, um den Datenfluss, die Speicherung und die Verarbeitung von Daten zu erleichtern und so zur Entwicklung neuer intelligenter Dienste beizutragen.

Das Bild zeigt eine Vielzahl von Transportmethoden, darunter ein Flugzeug, ein Zug, zwei Autos, ein LKW und ein Frachtschiff. Sie sind durch gestrichelte Linien verbunden, die Routen oder Netzwerke darstellen können. Dieses Bild stellt visuell das Konzept der vernetzten Transportsysteme und Logistik dar.© Mathis Works - DigitalVision Vectors via Getty Image">

 

 

Auf dem Weg zu einem gemeinsamen europäischen Mobilitätsdatenraum

Eine Person, die auf einem Bahnsteig steht und ein Smartphone hält. Im Hintergrund befindet sich ein Zug mit blauen und gelben Farben.© funky-data - Getty/iStock">

In der EU-Datenstrategie wurde die Schaffung gemeinsamer europäischer Datenräume in Schlüsselsektoren, einschließlich Mobilität, angekündigt.  Diese Datenräume bieten die Governance und Infrastruktur, die erforderlich sind, um den Zugang zu, die Bündelung und den Austausch von Daten auf kontrollierte und sichere Weise zu erleichtern. 

Während viele Daten im Mobilitäts- und Verkehrssektor generiert werden, sind sie stark fragmentiert. Zu viele Unternehmen haben Schwierigkeiten, Zugang zu den Daten zu erhalten, die sie benötigen, während große ausländische Technologieunternehmen europäische Daten verwenden, um ihr Geschäft anzukurbeln.

Der Europäische Mobilitätsdatenraum (EMDS) zielt darauf ab, einen gemeinsamen technischen und Governance-Rahmen zu schaffen, um Interoperabilität zu ermöglichen und Hindernisse für den Zugang zu und die gemeinsame Nutzung von Daten im Mobilitäts- und Verkehrssektor zu beseitigen. Es baut auf bestehenden und neu entstehenden Verkehrsdatenökosystemen auf und hilft, sie zu föderieren und zu vernetzen. Es unterstützt Unternehmen und Regierungen, indem es ihnen hilft, Daten effektiv zu nutzen und Fortschritte bei Transporttechnologien und -dienstleistungen voranzutreiben. 

Maßnahmen zur Verwirklichung des gemeinsamen europäischen Mobilitätsdatenraums

In der Mitteilung der Kommission  über die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Mobilitätsdatenraums wurden die Ziele, flankierenden Maßnahmen, Etappenziele und ein Vorschlag für das weitere Vorgehen im Rahmen des EMDS angekündigt. Um die Vision eines gemeinsamen europäischen Mobilitätsdatenraums (EMDS) zu verwirklichen, laufen mehrere koordinierte Maßnahmen.

Im Rahmen des Programms „Digitales Europa“ (DIGITAL) wurde im September 2023 eine vorbereitende Maßnahme abgeschlossen, in der bestehende Initiativen kartiert und potenzielle gemeinsame Bausteine ermittelt wurden. Im November 2023 wurde mit einer Einführungsmaßnahme begonnen, um Dateninfrastrukturen und Governance-Mechanismen zur Unterstützung von Anwendungsfällen in neun Städten und Regionen zur Verfügung zu stellen, die sich auf die städtische Mobilität konzentrieren, wie etwa die multimodale Routenplanung, die Überwachung der Umweltauswirkungen des Verkehrs oder die Erleichterung des Zugangs zu Verkehrsträgern für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Im Rahmen einer neuen Maßnahme wurden 15 Mio. EUR für den Aufbau einer nachhaltigen Kooperationsstruktur und die Einführung weiterer Anwendungsfälle für grenzüberschreitende Mobilität und Logistik bereitgestellt.

Im Rahmen der Fazilität „Connecting Europe“ (CEF) wird eine laufende Studie dazu beitragen, die Governance-Struktur für das EMDS und die Rolle der Vernetzungsschicht festzulegen, die die Auffindbarkeit und Zugänglichkeit von Daten in verschiedenen Ökosystemen erleichtern wird. 

Schließlich handelt es sich bei den Konsortien für die europäische digitale Infrastruktur (EDIC) um einen neuen Mechanismus zur Umsetzung von Mehrländerprojekten, der mit dem Politikprogramm 2030 für die digitale Dekade eingerichtet wurde und den Aufbau einer nachhaltigen Infrastruktur erleichtern soll. Die laufende Vorbereitung des EDIC für Mobilitäts- und Logistikdaten könnte eine wichtige Rolle bei der Schaffung, Ausweitung und langfristigen Tragfähigkeit des EMDS spielen.

Aufbau auf Datenökosystemen und -plattformen in der gesamten EU

Zusätzlich zu diesen EU-Initiativen versuchen verschiedene Datenökosysteme, Initiativen, Plattformen und Marktplätze, die von den Mitgliedstaaten oder privaten Akteuren betrieben werden, den Datenaustausch im Mobilitätssektor zu erleichtern. Zu den wichtigsten Beispielen gehören:

  • Mobilitätsdatenraum: Dieses offene dezentrale Ökosystem, das von der Bundesregierung unterstützt wird, ermöglicht es Mobilitätsdatenanbietern, Daten auszutauschen und gleichzeitig die Kontrolle zu behalten und bestehende Mobilitätsdatenplattformen zu verknüpfen. 

  • Eona-X: Dieser Datenraum für Mobilität, Verkehr und Tourismus wurde von führenden privaten Akteuren wie Flug-, Eisenbahn-, Flughafen-, Automobil- und Reisetechnologieunternehmen gegründet. Als Teil der GAIA-X-Initiative zielt sie darauf ab, eine nahtlose Integration von Reisedaten über verschiedene Verkehrsträger hinweg zu ermöglichen, um das Reiseerlebnis zu verbessern.

  • Basisdateninfrastruktur (BDI): Diese auf den Logistiksektor ausgerichteten Vereinbarungen ermöglichen es den beteiligten Parteien, gemeinsam ein IT-Netzwerk aufzubauen, das den Austausch vertraulicher Daten unterstützt und gleichzeitig die Datensouveränität sicherstellt. Seine Entwicklung und Anwendung wird von der niederländischen Regierung unterstützt. 

  • Verkehrsdaten-Ökosystem: Diese öffentlich-private Partnerschaft, an der rund 200 Organisationen aus Finnland und darüber hinaus beteiligt sind, entwickelt Regeln für den effektiven Austausch von Daten im Verkehrsbereich, um innovative Datennutzungslösungen und eine faire Datenwirtschaft zu schaffen. Unterstützt wird es von Fintraffic.

Der gemeinsame europäische Mobilitätsdatenraum wird auf den zahlreichen bestehenden Initiativen aufbauen. Sie wird die Interoperabilität zwischen ihnen fördern, indem sie Instrumente zur Unterstützung ihrer Konvergenz einbringt und die Datenerfassung und den Zugang zu Daten in allen Ökosystemen erleichtert.

Förderung der sektorübergreifenden Interoperabilität

Die Nutzung der Synergien mit anderen gemeinsamen europäischen Datenräumen (z. B. Tourismus, intelligente Gemeinschaften, Grüner Deal und Fertigung) ist von entscheidender Bedeutung, da einige der vielversprechendsten Möglichkeiten an der Schnittstelle zwischen den Sektoren liegen. Die Nutzung der Energie- und Mobilitätsdatenräume wird es beispielsweise ermöglichen, Daten der Elektromobilität zu nutzen und so die Energieerzeugung und -nachfrage zu optimieren. 

Um die Interoperabilität zwischen sektoralen Datenräumen zu ermöglichen, unterstützt die EU die Entwicklung eines gemeinsamen Konzepts, gemeinsamer Standards und gemeinsamer Bausteine. Mit dem Programm „Digitales Europa“ werden insbesondere das Unterstützungszentrum für Datenräume und die Entwicklung von Simpl, der quelloffenen intelligenten Middleware für europäische Datenräume, finanziert. 

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