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Gestaltung der digitalen Zukunft Europas

Web Barrierefreiheit

Die Barrierefreiheit im Internet ermöglicht es jedem, auch Menschen mit Behinderungen, das Internet wahrzunehmen, zu verstehen, zu navigieren und mit ihm zu interagieren.

    Eine Tastatur mit einer Taste für „zugänglich“ an der Stelle der Eingabetaste. Es ist grün und hat eine Behinderung-Ikone darauf.

Die digitale Zugänglichkeit ist aufgrund des rasanten Wachstums von Informationen und interaktiven Diensten, die über das Internet und mobile Geräte bereitgestellt werden, noch wichtiger geworden. Beispiele hierfür sind Online-Banking und -Shopping, Zugang zu öffentlichen Diensten sowie Messaging- und Videoanrufdienste. 

Einfache Änderungen, die Websites und Apps benutzerfreundlicher machen, können enorme Verbesserungen für alle bringen, nicht nur für Benutzer mit Behinderungen. Zum Beispiel, in der Lage zu sein, einen Text anzuhören, wenn es nicht genug Licht zum Lesen gibt oder beim Multitasking oder beim Lesen von Untertiteln zu einem Video in einer lauten Umgebung. Unternehmen mit barrierefreien Dienstleistungen können einen größeren, meist ungenutzten Kundenstamm erreichen und dadurch einen wirtschaftlichen Gewinn erzielen. Schätzungsweise 100 Millionen Menschen in der EU haben eine Form von Behinderung und stellen somit einen wichtigen Markt dar.

Bei der Barrierefreiheit geht es nicht nur um technische Standards, Webarchitektur und Design. Es ist eine Frage des politischen Willens und der moralischen Verpflichtung, die im Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UNCRPD) verankert ist. Artikel 9 des Übereinkommens, dem die EU und ihre Mitgliedstaaten beigetreten sind, sieht vor, dass geeignete Maßnahmen getroffen werden, um den gleichberechtigten Zugang von Menschen mit Behinderungen zu Informations- und Kommunikationstechnologien, einschließlich dem Internet, sicherzustellen.

Richtlinie über die Barrierefreiheit im Internet

Die Richtlinie über die Barrierefreiheit im Internet(Richtlinie (EU)2016/2102) ist seit dem 22. Dezember 2016 in Kraft und bietet Menschen mit Behinderungen einen besseren Zugang zu Websites und mobilen Apps öffentlicher Dienste.

Die in der Richtlinie festgelegten Vorschriften spiegeln die laufenden Arbeiten der Kommission zum Aufbau einer sozialen und inklusiven Europäischen „Union der Gleichheit“ wider, in der alle Europäer voll und aktiv an der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft teilnehmen können.

Die Richtlinie verpflichtet Websites und Apps öffentlicher Stellen, spezifische technische Barrierefreiheitsstandards zu erfüllen. Es gibt eine begrenzte anzahl von ausnahmen, die sender und live-streaming umfassen.

Die Richtlinie schreibt vor:

  • eine Erklärung zur Barrierefreiheit für jede Website und jede mobile App;
  • einen Feedback-Mechanismus, mit dem Benutzer Barrierefreiheitsprobleme melden oder Informationen anfordern können, die in einem nicht barrierefreien Inhalt veröffentlicht werden;
  • regelmäßige Überwachung der Websites und Apps des öffentlichen Sektors durch die Mitgliedstaaten und Berichterstattung über die Ergebnisse.

Die Richtlinie ergänzt den Europäischen Rechtsakt zur Barrierefreiheit, der eine breite Palette von Produkten und Dienstleistungen auch im privaten Sektor abdeckt. Weitere europäische Rechtsvorschriften unterstützen Menschen mit Behinderungen in anderen Bereichen, darunter elektronische Kommunikation, audiovisuelle Mediendienste, E-Books, elektronischer Handel und IKT-Ausrüstung. Highlights, wie sich diese EU-Politik auf die digitale Barrierefreiheit auswirkt, finden Sie in der Infografik zum Thema „Digitale Wirtschaft und Gesellschaft“.

Überprüfung der Richtlinie über die Barrierefreiheit im Internet

Die Europäische Kommission wird die Anwendung der Richtlinie über die Barrierefreiheit im Internet bis Juni 2022 überprüfen, wobei die Ergebnisse kurz darauf veröffentlicht werden.

Zentrale Fragen sind:

  • Sind die Richtlinie und ihre Durchführungsrechtsakte angesichts anderer Barrierefreiheitsgesetze und technologischer Änderungen nach wie vor relevant und zweckdienlich?
  • Hat die Richtlinie den Markt für Barrierefreiheit im Internet harmonisiert?
  • Hat die Richtlinie die soziale Inklusion gestärkt – hat sie Menschen mit Behinderungen den Zugang zu öffentlichen Diensten und Informationen erleichtert?
  • Sind weitere Maßnahmen für eine erfolgreiche Umsetzung erforderlich?

Am 19. Juli 2021 eröffnete eine öffentliche Konsultation, um es der Öffentlichkeit, insbesondere Menschen mit Behinderungen, zu ermöglichen, sich zu der Richtlinie, dem Stand der Barrierefreiheit im Internet und zu Maßnahmen oder Maßnahmen zur Verbesserung zu äußern. Die Konsultation läuft noch bis zum 25. Oktober 2021.

Erstmals wurde auch ein sehr kurzer, leicht lesbarer Fragebogen in allen EU- Sprachen veröffentlicht, der für alle, einschließlich Menschen mit kognitiven Behinderungen, zugänglich ist.

Ergänzend zur öffentlichen Konsultation wird es zusätzliche spezifische Konsultationen wichtiger Interessenträger geben.

Die vollständigen Ergebnisse der Konsultation (Zusammenfassungsbericht, Rohdaten und Beiträge) stehen auf dem Portal Haben Sie Ihre Meinung zum Download bereit. 

Umsetzung der Richtlinie über die Barrierefreiheit im Internet

Im Jahr 2018 erließ die Europäische Kommission zwei Durchführungsbeschlüsse zur Gewährleistung einheitlicher Bedingungen für die Umsetzung der Richtlinie:

  1. Durchführungsbeschluss (EU) 2018/1523 der Kommission zur Festlegung einer Mustererklärung zur Barrierefreiheit
  2. Durchführungsbeschluss (EU) 2018/1524 der Kommission zur Festlegung einer Überwachungsmethode und der Modalitäten für die Berichterstattung durch die Mitgliedstaaten

Darüber hinaus veröffentlichte die Kommission am 12. August 2021 auch einen Durchführungsbeschluss über die harmonisierte Norm für Websites und mobile Anwendungen, in der die Vermutung der Konformität mit der Richtlinie vorgesehen ist. Mit diesem Beschluss wurde die harmonisierte Norm auf EN 301 549 V3.2.1 (2021-03) PDF aktualisiert, was mit den neuesten Leitlinien für barrierefreie Webinhalte im Einklang steht: WCAG 2.1.

Die Europäische Kommission hat die Expertengruppe „Web Accessibility Directive“ (WADEX) eingesetzt, um die Umsetzung der Richtlinie zu unterstützen, die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und Interessenträgern zu erleichtern und bewährte Verfahren im Bereich der Barrierefreiheit im Internet auszutauschen.

Umsetzung der Richtlinie über die Barrierefreiheit im Internet

Die Mitgliedstaaten hatten bis zum 23. September 2018 Zeit, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. Die Kommission arbeitet daran, eine vollständige und korrekte Umsetzung der Richtlinie sicherzustellen.

Liste der nationalen Umsetzungsmaßnahmen

Unterstützung durch Finanzierung von Forschungs- und Pilotprojekten

Die Kommission leistet finanzielle Unterstützung für die Barrierefreiheit im Internet und für barrierefreie Technologien sowie für den Einsatz von Lösungen.

Jüngste Beispiele für Projekte sind u. a.:

  • Wai-Tools, bei dem wichtige Partner aus Industrie, Regierung und Forschung zusammenkommen, um einheitliche Regeln für Barrierefreiheitstests festzulegen;
  • WADcher, die eine Plattform für die Bewertung, Überwachung und Berichterstattung zur Barrierefreiheit entwickelt;
  • Wai-Guide, der Bildungsprogramme für die Barrierefreiheit im Internet entwirft, erstellt Anleitungen für Autorenwerkzeuge und befasst sich mit Barrierefreiheitsaspekten aufkommender Technologien wie immersiven Umgebungen und dem Netz der Dinge;
  • We4Authors, was die Integration von Barrierefreiheitsfunktionen als Standardoption in die Erstellung von Tools erleichtert.

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