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Gestaltung der digitalen Zukunft Europas

Überarbeitung der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMSD)

Die überarbeitete Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste schafft einen Medienrahmen für das digitale Jahrzehnt Europas.

    Eine Reihe von verschiedenen Arten von Mikrofonen auf einem hellen türkisfarbenen Hintergrund, sie stellen Teile audiovisueller Mediendienste dar.

© image by BrAt_PiKaChU - Getty Images/iStock

Die Überarbeitung der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste wurde von der Kommission vorgeschlagen und war Gegenstand intensiver Verhandlungen zwischen den beiden gesetzgebenden Organen. Das Europäische Parlament nahm einen Bericht über die Bereitstellung audiovisueller Mediendienste an. Der Rat nahm die überarbeitete AVMD-Richtlinie 2018 zum Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens an. DieMitgliedstaaten hatten bis September 2020 Zeit, die AVMD-Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.

Was ist neu in der überarbeiteten AVMSD?

Die überarbeitete AVMSD bietet viele neue Elemente: 

  • Ein gestärktes Herkunftslandprinzip mit mehr Klarheit über die Anwendung der Vorschriften der Mitgliedstaaten, Angleichung der Ausnahmeverfahren für Fernsehveranstalter und Anbieter von Abrufdiensten sowie Möglichkeiten für Ausnahmen im Falle von Bedenken der öffentlichen Sicherheit und schwerwiegenden Risiken für die öffentliche Gesundheit.
  • Ausweitung bestimmter audiovisueller Vorschriften auf Videoplattformen und Dienste sozialer Medien.
  • Besserer Schutz Minderjähriger vor schädlichen Inhalten in der Online-Welt, einschließlich der Stärkung des Schutzes von Video-on-Demand-Diensten.
  • Verstärkter Schutz von Fernseh- und Videoabruf gegen Aufstachelung zu Gewalt oder Hass und öffentliche Provokation zur Begehung terroristischer Straftaten.
  • Verstärkte Verpflichtungen zur Förderung europäischer Werke für Abrufdienste.
  • Mehr Flexibilität in der Fernsehwerbung, so dass Fernsehveranstalter freier wählen können, wann sie Anzeigen während des Tages anzeigen können. Das Gesamtlimit beträgt 20 % der Sendezeit zwischen 6:00 und 18:00 Uhr, wobei der gleiche Anteil während der Prime Time (von 18:00 bis Mitternacht) erlaubt ist.
  • Verstärkte Bestimmungen zum Schutz von Kindern vor unangemessener audiovisueller kommerzieller Kommunikation. Video-Sharing-Plattformen müssen auch bestimmte Verpflichtungen für die kommerzielle Kommunikation erfüllen.
  • Unabhängigkeit der audiovisuellen Regulierungsbehörden.

Hintergrund

Die Medienlandschaft hat sich in den letzten zehn Jahren dramatisch verändert. Anstatt vor dem Familienfernsehen zu sitzen, sehen Millionen von Europäern Inhalte online auf verschiedenen mobilen Geräten. 

Die Kommission schlug im Mai 2016 eine überarbeitete Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste vor, die einen neuen Ansatz für Online-Plattformen zur Verbreitung audiovisueller Inhalte enthielt. Die derzeitige EU-Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste regelt die EU-weite Koordinierung der nationalen Rechtsvorschriften über alle audiovisuellen Medien.

Die Europäische Kommission organisierte eine öffentliche Konsultation, um die Ansichten aller interessierten Kreise darüber einzuholen, wie die audiovisuelle Medienlandschaft Europas im digitalen Zeitalter zweckdienlich gestaltet werden kann. Das Dokument ist in allen EU-Sprachen verfügbar. 

Zur Bewältigung anderer Herausforderungen für das Funktionieren des Medienbinnenmarkts legte die Kommission im September 2022einen Vorschlag für das europäische Gesetz über die Medienfreiheitvor. Eine der vorgeschlagenen Maßnahmen ist die Umwandlung der im Rahmen der AVMSD eingerichteten Gruppe der europäischen Regulierungsbehörden für audiovisuelle Mediendienste (ERGA) in einen neuen Europäischen Ausschuss für Mediendienste.

Aktuelle Nachrichten

PRESSEMITTEILUNG |
Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste: Kommission verklagt fünf Mitgliedstaaten vor dem Gerichtshof der Europäischen Union

Die Europäische Kommission hat beschlossen, Tschechien, Irland, Rumänien, die Slowakei und Spanien vor dem Gerichtshof der Europäischen Union zu verklagen, weil sie die überarbeitete Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinie, Richtlinie (EU) 2018/1808) nicht umgesetzt hat, und beantragt die Verhängung finanzieller Sanktionen gemäß Artikel 260 Absatz 3 AEUV.

PRESSEMITTEILUNG |
Audiovisuelle Medien: Kommission fordert die Mitgliedstaaten auf, die EU-Vorschriften über audiovisuelle Inhalte vollständig umzusetzen

Die Europäische Kommission hat diese Woche eine mit Gründen versehene Stellungnahme an Tschechien, Estland, Irland, Spanien, Kroatien, Italien, Zypern, Slowenien und die Slowakei gerichtet, weil sie es versäumt haben, Informationen über die Umsetzung der EU-Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinie) in nationales Recht zu übermitteln. Die neuen Vorschriften gelten für alle audiovisuellen Medien, sowohl traditionelle Fernsehsendungen als auch Abrufdienste sowie Videoplattformen. Sie zielen darauf ab, einen Rechtsrahmen zu schaffen, der für das digitale Zeitalter geeignet ist

Zugehöriger Inhalt

Gesamtbild

Audiovisuelle und Mediendienste

Heutzutage können wir unsere Lieblingssendungen nicht nur im Fernsehen, sondern auch online anschauen. Diese Shows unterliegen den Regeln des Binnenmarkts.

Vertiefen

Kontakt Ausschusssitzungen

Der Kontaktausschuss überwacht die Umsetzung der AVMD-Richtlinie und die Entwicklungen in der Branche und ist ein Forum für den Meinungsaustausch.

Schutz von Minderjährigen in der AVMSD

Die Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste enthält spezifische Vorschriften zum Schutz Minderjähriger vor unangemessenen audiovisuellen Diensten auf Abruf.

Inhalts- und Verbreitungsregeln in der AVMSD

Mit der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste soll sichergestellt werden, dass Mediendienste in den Rechtsordnungen der Mitgliedstaaten zur Gleichstellung und Zugänglichkeit beitragen.

Siehe auch

Medienkonvergenz

Die Transformation der audiovisuellen Medienlandschaft bietet das Potenzial für neue Erfahrungen und Möglichkeiten. Es stellt uns auch viele Fragen.

Programm Kreatives Europa MEDIA

Der Aktionsbereich MEDIA des Programms „Kreatives Europa“ dient der Unterstützung des europäischen Films und anderer audiovisueller Industrien.

Das Europäische Filmforum

Das Europäische Filmforum ist eine Plattform für einen strukturierten Dialog zwischen politischen Entscheidungsträgern und Interessenträgern im audiovisuellen Sektor.